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Weiteres Fachwissen aus Ergotherapie und Psychologie – verständlich erklärt.

Ratgeber
Wie Ergotherapie nach einem Schlaganfall Motorik, Wahrnehmung und Alltagsfähigkeiten gezielt wieder aufbaut – und was Angehörige wissen sollten.

Fachartikel von
Anke Günther
Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall. Für viele Betroffene verändert sich der Alltag schlagartig: Handgriffe, die jahrzehntelang selbstverständlich waren, erfordern plötzlich Konzentration, Kraft und Geduld. Die Ergotherapie setzt genau hier an. Ihr Ziel ist nicht die isolierte Übung, sondern die Rückgewinnung von Handlungsfähigkeit im eigenen Leben.
Ein Schlaganfall entsteht durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung im Gehirn. Welche Funktionen beeinträchtigt sind, hängt von der betroffenen Hirnregion ab. Häufig treten mehrere Einschränkungen gleichzeitig auf:
Das Gehirn bleibt auch nach einer Schädigung lernfähig. Diese Neuroplastizität ermöglicht es, verlorene Funktionen teilweise neu zu erlernen oder über andere Hirnareale auszugleichen. Entscheidend sind regelmäßige Wiederholung, ein klarer Alltagsbezug und ein möglichst früher Therapiebeginn. Auf Grundlage neurophysiologischer Behandlungskonzepte arbeiten wir unter anderem an:
Wo Funktionen nicht vollständig zurückkehren, gewinnt die Kompensation an Bedeutung. Wir beraten zu geeigneten Hilfsmitteln wie Griffverdickungen, Anziehhilfen oder Haltegriffen und prüfen gemeinsam, wie sich die häusliche Umgebung sicherer und selbstständiger nutzen lässt.
Angehörige sind ein zentraler Teil der Rehabilitation. Sie erleben Fortschritte im Alltag unmittelbar und können erlernte Strategien zwischen den Therapieeinheiten festigen. Zugleich ist die neue Situation für sie häufig belastend. Wir beziehen Angehörige deshalb gezielt ein: Wir erläutern, wie sie unterstützen können, ohne Aufgaben vorschnell abzunehmen, und wo Entlastung notwendig ist.
Ergotherapie nach einem Schlaganfall wird ärztlich auf einer Heilmittelverordnung verordnet, meist als motorisch-funktionelle oder sensomotorisch-perzeptive Behandlung beziehungsweise als Hirnleistungstraining. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten; Erwachsene leisten eine Zuzahlung von zehn Prozent der Behandlungskosten zuzüglich zehn Euro je Verordnung. Nach einem Schlaganfall kann ein besonderer Verordnungsbedarf bestehen, der eine kontinuierliche Behandlung über einen längeren Zeitraum erleichtert. Die Behandlung sollte innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung der Verordnung beginnen.
In unserer Praxis am Schlump in Hamburg-Eimsbüttel begleiten wir Menschen nach einem Schlaganfall – in der Praxis oder, sofern ärztlich verordnet, im Rahmen eines Hausbesuchs. Fragen zur Verordnung beantworten wir gern bereits vor dem ersten Termin.

Über die Autorin
Anke Günther ist Ergotherapeutin, Diplom-Psychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnosetherapeutin. Seit 1998 leitet sie das Gesundheitszentrum in Hamburg und verbindet ergotherapeutische und psychologische Expertise zu einer ganzheitlichen Behandlung.
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