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Weiteres Fachwissen aus Ergotherapie und Psychologie – verständlich erklärt.

Ratgeber
Wie Ergotherapie und Hirnleistungstraining Menschen mit beginnender Demenz im Alltag unterstützen – und Angehörige wirksam entlasten.

Fachartikel von
Anke Günther
In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, die meisten von ihnen mit einer Alzheimer-Demenz. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Umso wichtiger ist es, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten, die Selbstständigkeit zu sichern und Lebensqualität zu bewahren. Genau dies ist der Auftrag der Ergotherapie.
Eine Demenz entwickelt sich meist schleichend. Typische frühe Hinweise sind:
Nicht jede Gedächtnisschwäche ist eine Demenz. Auch Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können ähnliche Symptome verursachen. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher unerlässlich.
Das ergotherapeutische Hirnleistungstraining richtet sich auf kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Handlungsplanung. Anders als ein reines Gedächtnistraining am Tisch verbindet es diese Übungen mit bedeutsamen Alltagshandlungen. Die Inhalte orientieren sich am Stadium der Erkrankung und an der Biografie des Menschen:
Ein verlässlicher Tagesablauf verringert Unsicherheit und Unruhe. Gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen entwickeln wir Routinen, die den Alltag vorhersehbar machen und Überforderung vermeiden.
Die Begleitung eines Menschen mit Demenz ist anspruchsvoll. Wir beraten Angehörige zur demenzgerechten Kommunikation, zur Gestaltung einer sicheren Wohnumgebung und dazu, Aktivitäten so anzupassen, dass sie gelingen. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis von Förderung und Entlastung – für beide Seiten.
Ergotherapie bei Demenz wird ärztlich verordnet, beispielsweise als Hirnleistungstraining oder als psychisch-funktionelle Behandlung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung. Ist der Weg in die Praxis nicht mehr möglich, kann ein Hausbesuch verordnet werden; die Therapie findet dann in der vertrauten Umgebung statt – zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung.
In unserer Praxis am Schlump in Hamburg-Eimsbüttel sowie im Rahmen von Hausbesuchen begleiten wir Menschen mit beginnender und fortschreitender Demenz. Gern besprechen wir mit Ihnen und Ihren Angehörigen, welche Unterstützung in der aktuellen Situation sinnvoll ist.

Über die Autorin
Anke Günther ist Ergotherapeutin, Diplom-Psychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnosetherapeutin. Seit 1998 leitet sie das Gesundheitszentrum in Hamburg und verbindet ergotherapeutische und psychologische Expertise zu einer ganzheitlichen Behandlung.
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